Kurze Geschichte der Ip (Yip) Man Wing Tsun Doppelmesser.
Kurze Geschichte der Wing Tsun Doppelmesser
Das Reel „Quick history of the Bart Cham Dao – Teil 1“ hat auf Facebook über 515.000 Aufrufe erzielt. Teil 1 behandelt den Weg von der historischen Realität über die chinesische Oper bis hin zur heutigen Fantasy-Darstellung.
Das Reel zeigt chinesische Soldaten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit Doppelschwertern. Diese Schwerter waren relativ lang, hatten eine schmale Klinge und eine sehr spitze Form – typische Hieb- und Stichwaffen.
Auf Fotografien aus der chinesischen Oper um 1900 sind hingegen sehr breite Klingen zu sehen. Dies war vorteilhaft für die Aufführung, da breite Klingen für das Publikum besser sichtbar sind.
Der Fantasy-Teil des Videos zeigt heutige Wing-Tsun-Praktizierende mit breiten, kurzen Doppelmessern, die Techniken ausführen, welche eher in den Bereich der Fantasy gehören. Dazu zählen Aspekte wie die Distanz, der umgekehrte Griff und Entwaffnungstechniken.
Bart Cham Dao – Teil 2
„Kurze Geschichte der Bart Cham Dao – Teil 2“ befasst sich mit dem Wandel von echten, authentischen Doppelschwertern (mit Hieb- und Stichfähigkeit) aus der Zeit um 1850 hin zu den heutigen, unrealistischen, breiten und „kurzen“ Doppelmessern, die nicht mehr zum Stechen geeignet sind.
Den meisten Wing-Chun-Praktizierenden ist weder die wahre Geschichte dieser Schwerter bzw. Messer bekannt, noch wissen sie, wie man sie korrekt einsetzt. Name und Form der „Bart Cham Dao“ (Acht-Schnitt-Messer) wurden von Ip Man entwickelt und von seinen Schülern weitergeführt. Jeder Schüler Ip Mans praktiziert eine andere Form – sei es, weil Ip Man sie ihnen unterschiedlich vermittelt hat oder weil sie sie selbst entwickelt haben.
Kurze Geschichte – Teil 3
„Kurze Geschichte der Bart Cham Dao – Teil 3“ vergleicht die Klingenform moderner Doppelmesser mit der echter Kampfschwerter oder -messer aus der Zeit zwischen 1850 und 1918.
Die Klingen moderner Doppelmesser ähneln meist denen einer Machete – einem Werkzeug zum Schneiden und Hacken, nicht primär einer Kampfwaffe. Zwar gab es Schwerter ohne Stichfähigkeit, doch kurze Nahkampfwaffen wie kurze Schwerter, Bajonette, Dolche und Messer waren stets auch für Stiche ausgelegt. Ein Beispiel hierfür sind die im Ersten Weltkrieg in den Schützengräben eingesetzten Kampfmesser (nirgendwo sonst war der Platz im Kampf so begrenzt): Sie waren relativ kurz, und der Stich war wichtiger als der Schnitt. Es gibt sogar Messer, die überhaupt nicht schneiden konnten.
Fazit
Das Design der meisten modernen Doppelmesser ist mangelhaft. Die meisten Messer sind zu breit, was beim Stechen ungünstig ist; zudem eignet sich die Länge von etwa 40 cm kaum für Hiebtechniken. Für effektive Hiebe oder Schnitte benötigt man eine längere Klinge.
Ist das Training mit zwei Schwertern oder Messern sinnvoll? Sicherlich ist es wenig ratsam, mit schlecht konstruierten Fantasiewaffen zu üben – doch unter Blinden ist der Einäugige König: Wenn der Gegner keine Waffen oder nur Stöcke hat, reichen selbst minderwertige Messer völlig aus.
Das Training mit gut konzipierten Waffen schult das Gespür für den Gegner; allerdings sollte man zunächst mit einem Schwert üben, bevor man sich an den Umgang mit zwei Waffen wagt. Dies fördert das Verständnis für die richtigen Distanzen und erleichtert zudem den Übergang zur Nutzung von Alltagsgegenständen wie Spazierstöcken, Regenschirmen oder Schreibgeräte (Kugelschreiber, Bleistifte).
Dies ist besonders für körperlich weniger kräftige Personen – etwa ältere Menschen oder die meisten Frauen – von Vorteil. Alter und körperliche Kraft spielen dabei keine Rolle: Das Wing-Tsun-Training bei EWO vermittelt Dir genau die Fähigkeiten, die Du für eine effektive Selbstverteidigung benötigst.
Diese Seite auf Niederländisch und auf Englisch.




